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Geschichte der Don Bosco-Schwestern in Deutschland

 

Wie so oft bei Don Bosco. Es beginnt bei ihm mit einem Traum. Zuerst träumte er davon, dass die Salesianer Don Boscos nach Deutschland kämen. Don Rua, der erste Nachfolger Don Boscos, bewahrte diesen Traum und er schuf die Möglichkeit, dass sich einige Salesianer für die Mission in Deutschland vorbereiteten. Die ersten Salesianer Don Boscos kamen am 15. August 1921 in Essen-Borbeck an. Die Mitbrüder sahen, dass es für die Mädchen und Frauen in Essen wichtig wäre, dass die Töchter Mariä Hilfe der Christen nach Deutschland kämen.

Erste Schwestern 1922 in Essen-BorbeckAm 22. November 1922 war es soweit. Sechs Schwestern (drei Italienerinnen und drei Deutsche) kamen nach Essen-Borbeck. Und sie fanden ein wahrlich großes Betätigungsfeld vor. Von Essen aus breitete sich das Werk in Deutschland dann ziemlich rasch aus. Schon 1924 wurde ein zweites Haus eröffnet, und zwar in Eschelbach in Bayern, ein kleines Dorf, das schwer auf den Landkarten zu finden ist. Dort wurde auch der erste Ordensnachwuchs in Deutschland ausgebildet. 

Im Jahr 1927 werden die ersten Schwestern, die in Deutschland in den Orden eingetreten sind, in die Mission entsandt. Ein Grund dafür war auch, dass es in Deutschland erst zwei Niederlassungen gab und doch eine ganze Reihe junger Schwestern.

Im Jahr 1928 wurde eine Gemeinschaft in Österreich gegründet und zwar in Jagdberg-Schlins (Vorarlberg).

Im Jahr 1931 folgte im Norden Ingolstadts, in Oberhaunstadt, die vierte Niederlassung, sowie noch weitere Niederlassungen in Österreich (Unterwaltersdorf, Weigelsdorf und Grammat-Neusiedl).

Im Jahr 1931 wurden diese Gemeinschaften auch in einer sogenannten "Visitatorie" (eine Vorstufe zur Ernennung einer Provinz) zusammengefasst.

Im Jahr 1932 wird in München das erste Mädchenwohnheim eröffnet. Dieses Haus wird auch Sitz der deutsch-österreichischen Visitatorie. Eine "Mittelstandsküche für verschämte arme Adlige" wird von der Caritas gefördert.

Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten beginnt für die Don Bosco Schwestern eine Zeit ständiger Repressalien. Unter anderem dürfen in den 13 Jahren der NS-Diktatur keine Kandidatinnen aufgenommen werden. In der Provinzchronik ist zu lesen: "Mit dem sogenannten Dritten Reich wurde alles vernichtet, was zu wachsen begonnen hatte. Unsere Werke wurden geschlossen und zum Teil beschlagnahmt..."

1937 In Regensburg versehen Don Bosco Schwestern den Haushalt bei den Salesianern Don Boscos.

1940 arbeiten Schwestern in der Zisterzienserabtei Himmerod. Und auch in Benediktbeuern übernehmen sie Aufgaben in der Küche, Wäscherei und Näherei bei den Salesianern Don Boscos.

1943 Das Haus in Essen-Borbeck wird durch Bomben völlig zerstört. Am 24.4.1943 verlassen die Schwestern die Einrichtung.

Im Juli und im Oktober 1944 wird das Don-Bosco-Heim in München druch verheerende Bombenangriffe schwer beschädigt. Die Einrichtung in Regensburg wird von den Nationalsozialisten geschlossen. Erst im August 1945, nach dem Zusammenbruch des Terrorregimes, kann der Betrieb dort wieder aufgenommen werden.

Bereits wenige Tage nach Kriegsende (8. Mai 1945) geben die Amerikaner das Haus in Eschelbach an die Don Bosco Schwestern zurück. Es war am 28.7.1944 von den Nationalsozialisten konfisziert worden. Im Juli kann die von den Schwestern geleitete Caritasküche in München ihren Betrieb wieder aufnehmen. Erst im April 1947 können sie ins wiederhergestellte Don Bosco-Heim einziehen.

Am 19.9.1945 übernehmen die Don Bosco Schwestern den Pfarrkindergarten, einen Hort und eine Nähschule in Kelheim (Affecking).

Am 16.5.1945 wird die deutsch-österreichische Visitatorie zu einer Provinz erhoben und erhält den Namen "Maria Ausiliatrice". Sr. Alba de Ambrosis wird erste Provinzoberin. Auf ihre Veranlassung hin wird am 5. August in Oberhaunstadt das erste Noviziat in Deutschland eröffnet.  Durch einen Ausbau ist es möglich, die Kindergartenarbeit auszuweiten. In der Pfarrei wird Seelsorgehilfe betrieben, Jugendgruppen werden gegründet.

Im Juni 1946 wird das Haus in Essen-Borbeck bezugsfertig. Kindergarten und Oratorium sind aufs neue von Kindern bevölkert.

1947 werden die Schwestern aus Himmerod abgezogen.

Ab August 1949 unterstützen die Schwestern die Salesianer Don Boscos in Burghausen; bald entwickelt sich dort ein blühendes Sonntagsoratorium. Im November des gleichen Jahres erbt die Kongregation ein Haus in Bonn, in dem ab 1951 ein Mädchenwohnheim untergebracht ist.

In den 50er und 60er Jahren weitet sich das Werk der Don Bosco Schwestern mit enormer Geschwindigkeit aus. Viele Bitten um Übernahme neuer Werke müssen abgewiesen werden. In der fachlich-pädagogischen Ausbildung eröffnen sich neue Möglichkeiten.

Im August 1950 zieht das Noviziat von Oberhaunstadt nach Rottenbuch um (das Haus ist dem hl. Josef geweiht, wird aber liebevoll das "Schloß" genannt). Im selben Jahr wird den Don Bosco Schwestern in Köln die Leitung eines Internats (für Schwestern im Studium) übertragen. Allerdings wurde diese Einrichtung schon wieder 1954 geschlossen.

Ebenfalls 1950 übernehmen die Schwestern einen Kindergarten in Aulhausen. Sie geben dort auch Handarbeitsunterricht in der Volksschule und versehen den Orgeldienst in der Pfarrei.

1951 wird in Bottrop ebenfalls ein Kindergarten, ein Hort und eine Nähschule eröffnet. Nebenbei noch Gruppenarbeit mit Jugendlichen.

1951 wird ein Kindergarten und Hort in München-Laim übernommen und auch dort werden noch verschiedene Gruppe betreut.

1952 übernehmen die Don Bosco Schwestern in Plettenberg einen Kindergarten, eine Nähschule, ein Sonntagsoratorium und ambulante Krankenpflege. Ebenfalls in Moers entsteht ein Kindergarten, ein Hort und eine Mädchengruppe.

Auch in Benediktbeuern tut sich was: eine zweite Niederlassung wird dort eröffnet - eine Jugendherberge für Mädchen, sowie ein Kindergarten - und auch Gruppenarbeit.

Am 3.11.1954 wird die deutsch-österreichische Provinz geteilt. Fortan gibt es zwei Provinzen. Sr. Alba de Ambrosis wird Provinzoberin in Österreich - Sr. Giovanna Zacconi wird die neue Provinzoberin in Deutschland.

1955 wird dem Haus St. Josef in Rottenbuch ein Kindergarten angegliedert. Und das "Seminar für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen" wird eröffnet, das sich später zur Fachakademie für Sozialpädagogik entwickelt. Im gleichen Jahr wird die Niederlassung in Aulhausen geschlossen. In München wird dafür eine zweite Einrichtung aufgemacht - das Mädchenwohnheim "St. Ermelinda". Seit 1968 befindet sich auch dort das Provinzialat (der Verwaltungssitz der deutschen Provinz).

1958 übernehmen die Don Bosco Schwestern den Haushalt im Noviziat der damaligen norddeutschen Provinz der Salesianer Don Boscos in Jünkerath.

1960 geht die Provinzleitung an Sr. Angela Becker über - Sr. Giovanna Zacconi wird Provinzoberin in Österreich.

1961 wird der Pfarrkindergarten in Buer-Scholven (Gelsenkirchen), sowie der Hort und Mädchengruppen übernommen.

1963 zieht das "Seminar für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen" ins Heim Maria Auxilium in Rottenbuch ein. Die Schule für Kinderpflege und Hauswirtschaft, sowie ein Kinderkurheim werden eröffnet. Die Schülerinnen haben die Möglichkeit im Internat zu wohnen.

1964 In Augsburg sorgen die Don Bosco Schwestern für Küche und Garderobe der Salesianer Don Boscos im neu eröffneten Schülerheim.

Ebenfalls 1964 wird die Missionsprokur eingerichtet. Die Aufgabe der Missionsprokuratorin ist es, Projekte zu fördern und Kontakt mit den deutschen Mitschwestern zu halten, die in Missionsländern wirken. Zudem werden auch ein Kindergarten und ein Hort in Köln eröffnet. Auch in Saarbrücken finden die Schwestern ein Betätigungsfeld bei den Salesianern Don Boscos in Küche und Wäscherei.

1966 erweitern die Schwestern ihr Aufgabengebiet in Augsburg und übernehmen in der Pfarrei "St. Johannes Bosco" den Kindergarten und den Hort.

Im November 1966 wird Sr. Theresia Lumer neue Provinzoberin.

1968    In diesem Jahr wird das Provinzialat der Don Bosco Schwestern vom Don Bosco Heim ins Ermelinda-Heim verlegt. Das Datum markiert aber auch einen Wandel in der Politik der Deutschen Provinz. Die Zeit der heftigen Expansion ist vorbei. Wirtschaftliche und strukturelle Erwägungen veranlassen die Provinzleitung zu einer Konzentration in der Arbeit. Eine Reihe von Einrichtungen wird in den folgenden Jahren aufgegeben. Im Jahr 1968  werden das Mädchenwohnheim in Bonn und das Don Bosco-Heim in München geschlossen. In der Folge werden weitere Niederlassungen aufgelöst: Regensburg und Moers (1970), Plettenberg (1971). Später folgen noch Jünkerath (1975), Saarbrücken (1979) und Bottrop (1982). Auch die Tätigkeit im Schülerheim in Augsburg wird 1978 eingestellt.

1969   Eröffnung der Förderschule für körperlich und geistig behinderte Kinder mit einem angeschlossenen Internat. 1974 kommt noch eine Tagesstätte hinzu.

1979   Sr. Maria Eder wird Provinzoberin.

1980   Das Bildungshaus und Schwesternaltenheim "St. Josef" in Rottenbuch ist bezugsfertig.

1985   Sr. Margareta Nickl wird zur neuen Provinzoberin ernannt.

1987   In Amberg übernehmen die  Don Bosco Schwestern das Caritas-Mädchenwohneim zur Betreuung von jugendlichen Spätaussiedlerinnen.

1991   Sr. Katharina Schmid übernimmt die Provinzleitung.

1992   Nach der Wiedervereinigung Deutschlands eröffnen die Don Bosco Schwestern in Magdeburg in der Pfarrei St. Mechthild ein Offenes Kinder- und Jugendzentrum.

1994   Vides - der Volontariatsdienst der Don Bosco-Schwestern wird ins Leben gerufen.

1995   Die Schwestern verlassen das Kloster Benediktbeuern, wo sie viele Jahrzehnte in Küche und Waschküche tätig waren.

1997   Die deutsche Provinz feiert ihr 75-jähriges Bestehen in Essen und Rottenbuch.

          Sr.  Rosa Höll wird zur Provinzoberin ernannt.

2000   Die Don Bosco Schwestern verabschieden sich von ihrer Niederlassung in Köln.

2002   In der Jugendbildungstätte St. Altfrid wird das Projekt "Offene geistliche Gemeinschaft" gewagt.

2005   Sr. Petra Egeling wird zur Provinzoberin ernannt.

2006   In Essen-Kettwig, in der Jugendbildungsstätte des Bistums Essen, wird eine neue Gemeinschaft eröffnet.

2007  zum 31. August wird die Einrichtung in Ingolstadt-Oberhaunstadt (nach 76 jähriger Geschichte) geschlossen und an die Stadt Ingolstadt übergeben, die die Kindertagesstätte sowie eine Kinderkrippe weiterführen.

2009  zum Schuljahresende wird der Kinderhort in Eschelbach geschlossen (immerhin war die Einrichtung zehn Jahre Teil des Klosters) - Die Hortkinder werden ab dem neuen Schuljahr in Wolnzach in einem Hort betreut, dessen Träger die Caritas ist.

Zum Schuljahresbeginn gehören die Schwestern in Essen-Kettwig zur Gemeinschaft in Essen-Borbeck.

Am 13. Dezember 2009 wird offiziell die neue Gemeinschaft in Magdeburg-St. Josef im Rahmen eines Gottesdienstes eröffnet.

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