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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema "Berufung" und "Ordensleben":
- Woran kann ich Berufung erkennen?
- Warum leben Ordensleute ohne Partner und Familie?
Ja, ohne Partner leben wir schon, aber unsere neue Familie ist unsere Ordensgemeinschaft in ihrer Buntheit und Vielfalt. Wir haben freiwillig dieses Leben gewählt. Christus ist der, an dem wir unser Leben ausrichten. ER ist unser „Partner", unser „Bräutigam". Und das schließt ja dann andere Partner aus, wenn man sich die Treue geschworen hat, oder? In IHM sind wir mit allen Menschen verbunden, denen wir geschwisterlich begegnen.
- Warum legen Ordensleute Gelübde ab, ist das nicht altmodisch?
Gelübde sind nach wie vor aktuell - sie bedürfen allerdings einer Deutung. Für viele Menschen klingen allein schon „Jungfräulichkeit" und „Keuschheit" wie man auch das Gelübde der „Ehelosigkeit" (ehelos ist aber auch ein „Single") nennt, befremdlich und altmodisch. „Jungfräulich" ist hier auch nicht im rein biologischen Sinn gemeint. Wie schon im Evangelium sind die „Jungfrauen" (damit sind auch Männer gemeint) diejenigen, die in einer Erwartungshaltung leben und sich bereithalten für den kommenden Herrn. Verzicht auf die persönliche und körperliche Liebe eines Partners macht frei für die erfüllende Liebe, wie sie Jesus Christus schenkt. „Gehorsam" kommt von Hören (ge-horchen). Ganz und gar nicht ist damit das Gehorchen im militärischen Sinn gemeint. Vielmehr ist ein Hin-Hören auf die Stimme des Herzens (die Stimme Gottes), auf die Stimmen der Mitmenschen (der Mitglieder der Gemeinschaft) und auf die Bedürfnisse der Zeit, gemeint. Das erfordert die Bereitschaft, offen zu sein - für das, was Gott mit einem vorhat - wo ER einen hinführt. „Armut" heißt nicht Besitzlosigkeit, sondern meint, sich nicht an Dinge (materielle wie auch geistliche) zu binden. Armut macht frei. Besitz macht „sesshaft" und bindet einen. Armut heißt Verzicht auf persönliches Eigentum. Persönlichen „Besitz" gibt es natürlich, wobei der normalerweise in Funktion einer Aufgabe oder Sendung steht. In einer Ordensgemeinschaft gibt es normalerweise Gütergemeinschaft.
- Um Menschen etwas Gutes zu tun, brauche ich nicht in eine Ordensgemeinschaft zu gehen. Warum gibt es Ordensgemeinschaften, die sich verschiedener Nöte annehmen?
Einerseits haben Ordensgründer (wie etwa Franziskus oder Johannes Bosco) die Zeichen der Zeit gesehen und haben auf die Nöte der Gesellschaft in einer bestimmten Epoche reagiert. Don Bosco sah in Turin viele verlassene, arme Jugendliche. Er fühlte sich durch die Liebe Gottes gedrängt, ihnen zu helfen. Alleine konnte er nicht so viel ausrichten, also suchte er sich Mitarbeiter. Und daraus entstand dann z. B. die Kongregation der Salesianer Don Boscos, oder für die Mädchen und jungen Frauen dann die Kongregation der Töchter Mariä Hilfe der Christen. Das sind Beispiele von großen Heiligen. Immer wieder gibt es Menschen, die den besonderen Ruf verspüren, Jesus Christus in einer bestimmten Lebensform nachzufolgen; eben in einer Gemeinschaft, die die evangelischen Räte (die Gelübde) lebt und die den Menschen oder einer bevorzugten Gruppe von Menschen (etwa Kinder und Jugendliche, oder Kranke) hilft. Da heißt es, in sich hinein zu hören - wo einen Gott haben möchte. In der Welt gibt es auch viele Möglichkeiten, Gutes zu tun. Da bedarf es der Unterscheidung und der Entscheidung für eine Lebensform.
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