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Jeder Mensch trägt eine Sehnsucht in sich. Um sie zu erkennen und zu erspüren, muss man tief in sich hinein hören. Hören auf einen Anruf - und der ist so ganz anders als etwa ein Telefonanruf. Bei einem Telefonanruf ist ziemlich schnell klar, mit wem ich spreche und worum es geht. Beim An-Ruf Gottes, bei einer Be-ruf-ung ist das selten so klar. Natürlich gibt es auch das, dass jemand in einem Anruf Gottes sofort weiß, wie der Weg weitergehen soll. Aber meistens muss man sehr genau hinhören und auf Zeichen achten. Gott ruft unaufdringlich, im Alltag, auf unauffällige Weise. Rufzeichen können z. B. Begegnungen, Neigungen, Ereignisse, Nöte anderer sein.
Wie kann man denn Berufung erkennen? Grundvoraussetzung ist sicherlich die Bereitschaft zum Hören. Aber auch der Mut, sich selber kennen zu lernen, auf Entdeckungsreise bei sich selbst zu gehen - seine Stärken und Schwächen aufzustöbern - seine Fähigkeiten und Grenzen zu erproben. Desweiteren gehört ein offener, weiter Blick dazu, der von sich selbst wegsieht, der sich auf ein DU - auf das DU Gottes, aber auch auf das DU seines Nächsten - ausrichtet. Das Interesse an geistlichen Dingen ist größer als an materiellen. Geistliche Schriftlesung, die Auseinandersetzung mit der Hl. Schrift können Wegweiser sein.
Mut gehört dazu, sich mit verschiedenen Lebensentwürfen zu konfrontieren, die einem einerseits eine Offenheit in der Lebensplanung bewahren, die andererseits aber auch herausfordern für eine Entscheidung, die vielleicht nicht im „Mainstream" liegt.
Zeichen einer Berufungs-Spur können sein:
- Innere Unruhe in der momentanen Lebenssituation - Innerer Drang, neue Wege auszuprobieren - Worte, die einen betroffen gemacht haben - Träume mit gleichen oder ähnlichen Inhalten - Zufälle - die es eigentlich nicht gibt... Zeichen bedürfen der Entschlüsselung. Selbstbeobachtung, Reflexion, innere und äußere Stille sind dann notwendig. Gespräche mit anderen können hilfreich sein.
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