Wie kann man spüren, ob das ein Weg für einen sein kann?
Da gilt letztlich das gleiche wie für jede andere Ordensberufung auch. Zusätzlich kommt zur Berufung als Don Bosco Schwester noch hinzu, eine besondere Vorliebe für Kinder und Jugendliche zu haben. Verständnis zu haben für die Nöte junger Menschen, ein offenes Auge und Ohr für die Zeichen in der Gesellschaft und in der Welt (es ist ja auch möglich als Missionarin in ein anderes Land zu gehen - wobei das noch einmal eine besondere Berufung ist).
Welche Voraussetzungen sollte eine interessierte junge Frau mitbringen?
Um bei den Don Bosco Schwestern einzutreten, sollte die interessierte junge Frau nicht älter als 35 Jahre sein (wobei es immer wieder Ausnahmen gibt - es jedoch mit zunehmendem Alter auch immer schwieriger wird, sich in eine Gemeinschaft einzufügen), sie sollte im katholischen Glauben beheimatet sein und aktiv am Gemeindeleben einer Pfarrei oder einer Gruppe teilnehmen. Sie sollte aufgeschlossen sein für das kirchliche und gesellschaftliche Leben, sich für die Belange von Kindern und jungen Menschen interessieren. Gute Allgemeinbildung, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Gute körperliche und psychische Gesundheit ist wünschenswert.
Für interessierte junge Frauen gibt es nach Absprache mit der Provinzleitung die Möglichkeit, in einer der Gemeinschaften für eine "Schnupperzeit" mitzuleben, um die Don Bosco Schwestern näher kennen zu lernen.
Mit wem sollte man Kontakt aufnehmen?
Die Provinzleitung steht für Interessentinnen gerne zum Gespräch bereit. Bitte wenden Sie sich an das Provinzialat in München.
Wie verläuft die Ordensausbildung?
Normalerweise durchläuft eine Interessentin verschiedene Stufen in der Ordensausbildung.
Die erste Stufe nennt sich Aspirantat. Sie umfasst von der Zeitspanne her etwa ein Jahr. In dieser Zeit soll die Aspirantin die Don Bosco Schwestern näher kennen lernen, eine angemessene Apostolatserfahrung bei Kindern und Jugendlichen machen und ihre Berufung zum Ordensleben überprüfen.
Nach dieser Zeit gibt die Aspirantin zu erkennen, dass sie in die nächste Stufe - das Postulat - aufgenommen werden möchte. Der Provinzrat und die Provinzleitung lassen die Aspirantin zu dieser Stufe zu. In einer kleinen Feier wird die Postulatsmedaille überreicht. Die Zeit der Postulats dauert normalerweise 10 Monate und bereitet unmittelbar auf die Noviziatszeit vor. Diese Zeit ist dazu da, sich noch enger mit der Berufung auseinander zu setzen und sich dem Geist Don Boscos und Maria Mazzarellos noch mehr anzugleichen.
Im Anschluss an diese Zeit - nach vorheriger Anfrage der Postulantin und der Zulassung durch den Provinzrat und die Provinzleitung - wird die Postulantin in das Noviziat aufgenommen. Auch das geschieht in einer kleinen Feier - die Novizinnenmedaille wird dabei überreicht. Die Noviziatszeit ist vom Kirchenrecht her genau geregelt. Bei uns Don Bosco Schwestern dauert sie zwei Jahre. Es ist eine sehr intensive Ausbildungszeit, in der sich die Novizin mit den Konstitutionen (den Ordensregeln), sowie mit dem Wort Gottes und der salesianischen Spiritualität auseinandersetzt. Der Noviziatsalltag gleicht streckenweise einem Studium - verschiedene theologische Fächer wechseln mit allgemein bildenden und pädagogischen ab. Auch eine geeignete Apostolatserfahrung wird während dieser Zeit gemacht. Die Novizinnen aus Deutschland machen ihr Noviziat in Italien - im internationalen Noviziat in Rom. Am Ende des Noviziats stellt die Novizin die Anfrage auf die Zulassung zur Ersten Profess (also die Ablegung der Gelübde).
Als Professtag ist bei uns in Deutschland normalerweise der 5. August vorgesehen (in Erinnerung an die Gründung unserer Kongregation - am 5. August 1872). Die Novizin legt die Gelübde öffentlich in einer heiligen Messe für ein Jahr ab.
Jetzt ist aus der Novizin eine Don Bosco Schwester geworden. Bis zur Ewigen Profess (also der Gelübde auf Lebenszeit) vergehen dann aber noch einmal mindestens sechs Jahre (maximal neun Jahre).