"Alles hat seine Zeit"
Fünfzig Jahre lang haben die Don
Bosco Schwestern im Heim Maria Auxilium in Rottenbuch gewirkt. Es begann 1960
mit dem Erwerb des „Bräuhauses", das einen Teil der alten Klosteranlage der
Augustiner Chorherren aus den Jahren 1750 darstellte.
Schon 10 Jahre vorher hatten die
Don Bosco Schwestern auf Anregung von Kardinal Wendel ein Haus in Rottenbuch
erstanden - und zwar die alte „Klosterapotheke", umgangssprachlich nur „das
Schloss" genannt. Dort war in der Zwischenzeit das Noviziat der Schwestern
errichtet worden.
Mit dem Erwerb des neuen Hauses
entstanden dort eine Fachakademie für Sozialpädagogik und eine Berufsfachschule
für Kinderpflege. 1973 kam die Förderschule mit der heilpädagogischen
Tagesstätte und einem Förderinternat dazu.
50 Jahre haben die Schwestern das
Haus und seine Einrichtungen auf typisch salesianische Weise geprägt. Am 01.
September 2010 ist es einem neuen Träger übergeben worden - der Regens-Wagner-Stiftung,
die nun das Kloster samt Einrichtungen und Personal weiterführt.
Am 15. Juli wurde offiziell
Abschied gefeiert. Ein feierlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche mit dem
Rottenbucher Ortspfarrer Gerhard Gumpinger und dem Direktor der Regens-Wagner-Stiftung
Hans Apel sowie zahlreichen Mitbrüdern machte den Auftakt. Eine Rose für jede
Schwester - überreicht von den Ministranten - und die Einladung zu einer
Wallfahrt nach Altötting waren eine gelungene Überraschung von Seiten der
Gemeinde. In seiner Predigt bedankte sich Pfarrer Gumpinger bei den Schwestern:
„Ich spreche unseren Schwestern
meinen persönlichen Dank, aber auch den der Gemeinde aus." Und mit Blick
auf Direktor Apel meinte er ein wenig augenzwinkernd: „Das unser müssen Sie sich erst noch verdienen."
Der nachfolgende Festakt gab den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Kindern und Jugendlichen aus den
verschiedenen Bereichen die Gelegenheit, die Schwestern zu verabschieden und
dem neuen Träger gleichzeitig ein „Herzlich Willkommen" zu sagen. Fröhliche
Darbietungen wechselten sich ab mit nachdenklichen und auch ein wenig
wehmütigen Beiträgen.
Provinzoberin Sr. Petra Egeling
nutzte die Gelegenheit, um sich bei allen Mitschwestern, die im Heim Maria
Auxilium gelebt und gewirkt haben, zu bedanken. Gleichzeitig würdigte sie die
Verdienste der zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit
Engagement und Kompetenz in die verschiedenen Bereiche des Hauses eingebracht
haben.
Dank und Vertrauen sprach sie
auch dem neuen Träger aus: „Für uns
Schwestern ist es kein leichter Schritt, dieses Werk nun in andere Hände zu
legen - aber wir tun es mit einem großen Vertrauen darauf, dass Gott uns auf
dem Weg zu dieser Entscheidung geführt hat und dass er auch mit der Regens
Wagner Stiftung die Geschicke dieses Hauses in seiner liebenden Hand hat."
Direktor Apel würdigte in seiner
Ansprache die langjährige Arbeit der Schwestern. „Vor Ihrem Wirken, das von Liebe, Optimismus und Frömmigkeit geprägt
war, will ich mich verneigen. Wir werden Ihr Werk weiterführen." Gleichzeitig
hieß er die ca. 130 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Kreis der
Regens-Wagner-Stiftung willkommen.
Die stellvertretende Landrätin
Andrea Jochner-Weiß bescheinigte den Don Bosco Schwestern, dass sie mit Mut und
Zuversicht gewirkt und das Leben im Landkreis mitgeprägt haben.
Der Rottenbucher Bürgermeister
Andreas Keller sagte Vergelt´s Gott für 50 Jahre Engagement und Schaffenskraft der
Schwestern, die zudem auch größter Arbeitsgeber in Rottenbuch und Umgebung
waren. Er freue sich zudem, dass die Übergabe des Hauses nicht gleichzeitig
auch den Rückzug der Schwestern aus Rottenbuch bedeute, da der Großteil von
ihnen ja ein paar hundert Meter weiter ins „Schloss" ziehe.
Den Dank der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter drückte Hermann Böhner, der stellvertretende Schulleiter der Don
Bosco Schule aus. Zusammen mit seiner Kollegin Susanna Walter führte er durch
ein buntes und bewegendes Programm. Insgesamt ein schönes und würdiges Fest.
Sr. Petra Egeling
hier noch einige Fotos vom Dankfest und ein Artikel der Lokalpresse als pdf-Datei
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