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Familiengeist ganz praktisch

Santo Domingo (Dominikanische Republik)-21.01.2010. «In diesen Tagen erleben wir eine Welle der Solidarität, seitens unserer Kongregation, der Don-Bosco-Familie und so vieler Menschen, die so grenzenlos ist, die weder Rasse, noch Nationalität, noch soziale Herkunft oder religiöse Überzeugung kennt ». So beginnt ein Erfahrungsbericht von Schwester Carmen Figueroa, Provinzoberin der Antillen-Provinz (ANT). Sie war schon mehrmals in diesen Tagen nach dem Erdbeben in Haiti, um sich selbst ein Bild zu machen, was geschehen ist, aber auch, was sofort und dringend gebraucht wird.
«Als Ordenskongegration spüren wir das Leid, den Schmerz und die Traurigkeit, die das haitianische Volk erlebt. Unter ihnen unsere haitianischen Mitschwestern und die Mitbrüder (Salesianer Don Boscos), die so schwer von der Katastrophe betroffen sind. Dieses Ereignis trifft uns ins Mark, weil es uns an die Zeiten erinnert, als wir noch eine gemeinsame Provinz waren.
Mein erster Besuch in Haiti, drei Tage nach der Tragödie, hat bleibende Spuren hinterlassen. Ich fühle mit dem haitianischen Volk, das einen so gewaltigen Einschnitt in seinem Leben von einer Minute auf die andere gemacht hat. Es schien so, als gäbe es keine Hoffnung mehr. Das, was in jahrelanger, mühevoller Arbeit aufgebaut wurde, war zerstört, so viele haben ihre Angehörigen verloren, die unter den Trümmern lagen. Jahrelange Aufbauarbeit, auch im Erziehungswesen, scheint dahin zu sein. Und doch begegneten mir Kinder, in deren unschuldigen Gesichtern ich Hoffnungsschimmer ausmachen konnte.
Aufgrund der Kommunikationsschwierigkeiten (defekte Telefonleitungen) haben wir es gewagt, unsere Schwestern und Mitbrüder in Haiti aufzusuchen - gleich einen Tag nach dem Erdbeben. Unser Ziel war es, Kommunikation herzustellen, und uns von den Schäden ein Bild zu machen. Zwei Schwestern von der Gemeinschaft von de la Descubierta waren die ersten, die die Grenze passierten, um die Schwestern in Haiti zu suchen und Lebenszeichen mitzubringen. Die Gemeinschaft von Santiago hat mit einigen Leuten die Grenze im Norden überquert, um die Schwestern der Gemeinschaften von Juana Ménez und Capo-Haitiano aufzusuchen. Auch die Gemeinschaft von La Barahona machte das Gleiche. Mit Schwester Elisabeth Corsino sind sie übers Meer gefahren, um die Gemeinschaft von Jacmel zu suchen. Dort waren die Menschen recht lange ohne Verbindung nach Port-au-Prince. Die Menschen von Jacmel haben erst sehr spät Hilfe bekommen und sind dabei so schwer vom Erdbeben getroffen worden. Auch von den Nachbeben, die wir schon drei Mal spürten.
Es ist erstaunlich, welcher Ideen-Reichtum an Solidaritätsbezeugungen für unsere haitianischen Mitschwestern und Mitbrüder blüht. Angefangen vom Gebet, von Opfern und natürlich der finanziellen Unterstützung. Viele Provinzen organisieren Hilfe. Die ganze Don-Bosco-Familie, Hilfsorganisationen, Freiwillige - einfach unbeschreiblich, mit wie viel Liebe, Kreativität und Großherzigkeit uns die Menschen entgegen kommen. Von Porto Rico aus hat die Don-Bosco-Familie, die katholische Kirche und andere Organisationen ein Schiff mit Hilfsgütern auf den Weg nach Haiti geschickt. Unsere Gemeinschaften hier in der Dominikanischen Republik tun alles, was sie können, um Hilfslieferungen zusammen zu stellen und nach Haiti zu transportieren.
Das Volk, das in der Dom. Republik lebt, ist sehr kooperativ und zeigt sich vom ersten Tag an hilfsbereit.

Voller Hoffnung war ich, als ich acht Tage nach dem Erdbeben wieder nach Haiti eingereist bin. Ich konnte Menschen sehen, die schon wieder arbeiteten, die putzten, die sich provisorische Baracken bauten, die kochten, die verkauften... aber auch solche, die nach Lebensmitteln Ausschau hielten, die von Hilfsorganisationen verteilt werden sollten - immer noch sind es Tausende, ja Abertausende, die absolut nichts mehr haben - außer das nackte Leben.
In unseren Gemeinschaften haben wir viele Flüchtlinge aufgenommen. Unsere Schwestern haben Platz gemacht in den Häusern und in den Innenhöfen, damit die Menschen die Nächte dort verbringen können. Und nicht nur nachts suchen sie Zuflucht, auch am Tag suchen sie die Nähe der Schwestern.
Z. Zt. sind wir dabei, einen Container zu beladen mit Hilfsgütern für Familien. Vorgestern ging ein großer LKW von uns weg und morgen wird ein anderer starten mit allem möglichen für sieben der haitianischen Gemeinschaften. Von Barahona aus werden Lebensmittellieferungen vorbereitet. In Descubierta werden Schwestern aus Haiti aufgenommen, die über die Grenze kommen, um Hilfsgüter zu erwerben.
Wir bitten euch: betet weiter, damit alles wieder in geordnete Bahnen kommt. Wir alle hier wissen uns unter dem Schutz Mariens, unserer Helferin ".

Über jede Hilfe sind wir froh. Wenn Sie sich beteiligen möchten - haben Sie die Möglichkeit, über unsere Missionsprokur zu spenden.