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Niang Mun (14) wohnt seit drei Jahren bei den Don Bosco Schwestern im Wohnheim in Pyin oo Lwin in Myanmar. Ihre Familie lebt auf dem Land vom Reisanbau. Niang Mun ist froh, dass sie die Möglichkeit hat, eine weiterbildende Schule zu besuchen. Das ist in diesem Land keine Selbstverständlichkeit. Der Bereich Bildung ist seit der Machtübernahme des Militärregimes stark verkümmert. Hochschulen wurden geschlossen. Die Machthaber haben Angst vor einer intellektuellen Elite und vor Studentenunruhen. Eine Grundbildung ist möglich, doch der Besuch von weiterführenden Schulen wird sehr erschwert. Besonders für Mädchen auf dem Land gibt es kaum solche Möglichkeiten. Die Landbevölkerung ist arm. Die Kinder, vor allem Mädchen und junge Frauen, müssen zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Die Menschen bauen vorwiegend Reis an, das Hauptnahrungsmittel. Myanmar hat keine offizielle Armutsrate. Aber eswird davon ausgegangen, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt (also von weniger als einem Euro am Tag). Besonders in den ländlichen Regionen und in den Grenzgebieten ist die Armut groß. Seit 2002 sind die Don Bosco Schwestern in Pyin oo Lwin, einer Stadt, im Zentrum des Landes. Die Stadt ist bekannt durch Seidenraupenzucht, Pharmaunternehmen und auch durch Blumen- und Gemüseanbau. Dort haben die Schwestern ein Internat für Schülerinnen und Studentinnen; sowie das Noviziat (Ordensausbildung). Elektrischen Strom gibt es im Internatsgebäude, das im Jahr 2005 fertiggestellt wurde, nur stundenweise. Deshalb wird dringend ein Dieselaggregat benötigt, damit die elektrische Versorgung gerade am Abend, wenn die jungen Frauen noch für Schule und Studium lernen müssen, sicher gestellt werden kann. Niang Mun freut sich schon darauf, dass sie schon bald auch abends noch lernen oder einen der wenigen Computer benützen kann. Sie möchte ihre Chance nützen, um durch eine bessere Bildung aus dem Teufelskreis der Armut zu gelangen.
Länderinfo: Seit 1994 sind die Don Bosco Schwestern in Myanmar. Mittlerweile gibt es drei Gemeinschaften dort, die zur Provinz von Kambodscha gehören. Myanmar (bis 1989 Birma genannt) liegt am Indischen Ozean und grenzt an Thailand, Laos, China und Indien. Etwa 48 Millionen Einwohner leben dort in über 130 Volksstämmen. Es gibt nur sehr wenige Christen. Bei demokratischen Wahlen im Jahr 1990 wurden die Wahlen vom Militärregime als ungültig erklärt. Es kam zur blutigen Auseinandersetzung von friedlichen Studentenprotesten. Doch das Militärregime blieb an der Macht.
Sr. Birgit Baier - Missionsprokuratorin |